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[[DateiFile:Wolfram47.jpg|thumb|Wolfram von Eschenbach; Autorenbild in der [[Codex Manesse|Manessischen Liederhandschrift]] ]]
 
In den Jahrzehnten nach 1150 brach eine „Blütezeit“ der deutschsprachigen Literatur an. An einzelnen Höfen des Feudaladels verbreitete sich eine kultivierte literarische Praxis nach romanischsprachigem Vorbild: die sogenannte [[Höfische Literatur]]. In der Lyrik entwickelte sich der [[Minnesang]] (hohe Minne) und die [[Sangspruch]]dichtung, mit ihren wichtigsten Vertretern [[Heinrich von Morungen]], [[Reinmar von Hagenau|Reinmar der Alte]] und [[Walther von der Vogelweide]]. Für die höfische Epik galt schon den Zeitgenossen als Gründungsakt der [[Eneasroman]] des [[Heinrich von Veldeke]], der vom Niederrhein an den Landgrafenhof in Thüringen kam und sein Werk dort gegen 1185 fertigstellte. Danach entstanden nach französischsprachigen Vorlagen ([[Chrétien de Troyes]]) zahlreiche höfische Epen in [[mittelhochdeutsch]]er Sprache. Die bekanntesten sind hier ''[[Erec]]'' und ''[[Iwein]]'' ([[Hartmann von Aue]]), ''[[Tristan und Isold]]'' ([[Gottfried von Straßburg]]), ''[[Parzival]]'' ([[Wolfram von Eschenbach]]). Abseits von dieser „modernen“ Erzählkultur bleibt das anonym überlieferte [[Heldenepos]] ''[[Nibelungenlied]]''.
Aus Italien kommend verbreitete sich der [[Humanismus]], die Geisteshaltung der [[Renaissance]], in Deutschland. Man wandte sich antikem Gedankengut zu. Bekannte Vertreter waren der in Basel tätige [[Erasmus von Rotterdam]] und [[Johannes Reuchlin]], allerdings schrieben sie ihre Werke meist lateinisch und hatten außerhalb der Gelehrtenwelt wenig Einfluss. Anders [[Ulrich von Hutten]] (1488–1523) mit seinen rebellischen Gedichten oder [[Sebastian Brant]] (1458–1521), der sein erfolgreiches „[[Das Narrenschiff (Brant)|Narrenschiff]]“ auf Deutsch verfasste.
 
[[DateiFile:Hans Sachs.jpg|miniatur|Hans Sachs]]
Die folgenreichste Bewegung war die von [[Martin Luther]] (1483–1546) eingeleitete [[Reformation]]. Luther verstand es, seine Ideen auch in lesbarem Deutsch zu verbreiten. Das herausragendste Ereignis auf dem deutschen Buchmarkt des [[16. Jahrhundert]]s war sicher das Erscheinen seiner [[Lutherbibel|Bibelübersetzung]] in den Jahren 1522 und 1534. Sie trug wesentlich zur Verbreitung des heutigen Deutsch bei.
 
Im Barock vollzog sich eine stärkere Hinwendung der Literatur zur deutschen Sprache. Politisch war die Epoche von der konfessionellen Spaltung und dem [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] (1618–1648) geprägt. Die Spannweite der [[Barockliteratur]] ist sehr weit: von [[Höfische Dichtung|höfischer Dichtung]] zu volksnahen Romanen, von der Nachahmung antiker Vorbilder zur persönlichen Erlebnislyrik, von Lebensbejahung zum [[Vanitas]]-Motiv. Eine [[Gelegenheitsdichtung]] entsteht.
 
[[DateiFile:Andreas Gryphius.jpg|thumb|left|Andreas Gryphius]]
In der Barockzeit wurden zahlreiche [[Literarische Gesellschaft|Dichter]]- und [[Sprachgesellschaft]]en gegründet, die bekannteste davon war die [[Fruchtbringende Gesellschaft]]. Von [[Martin Opitz]] (1597–1639) wurde in seinem „[[Buch von der deutschen Poeterey]]“ (1624) der [[Alexandriner (Verslehre)|Alexandriner]] für die deutschsprachige Lyrik empfohlen und blieb lange Zeit der wichtigste [[Vers]]. Mit einiger Verspätung gelangten der [[Petrarkismus]] und die [[Schäferidylle]] in die deutsche Literatur, genannt seien hier der Opitz-Schüler [[Paul Fleming]] (1609–1640) und [[Simon Dach]] (1605–1659). Bedeutendste Vertreter der Schäferpoesie waren die Dichter des Nürnberger [[Pegnesischer Blumenorden|Pegnesischen Blumenordens]] [[Georg Philipp Harsdörffer]], [[Johann Klaj]] und [[Sigmund von Birken]].
 
Bereits im Jahr 1687 hielt [[Christian Thomasius]], der „Vater der deutschen [[Aufklärung]]“, seine Vorlesungen in Deutsch statt Latein. Bekannte Philosophen dieser Zeit, der Frühaufklärung, waren [[Christian Wolff (Philosoph)|Christian Wolff]] und [[Gottfried Wilhelm Leibniz]]. Der wichtigste literarische Autor der Frühaufklärung war sicher [[Christian Fürchtegott Gellert]] (1715–1769) mit seinen Fabeln. Die bedeutendste Figur im literarischen Leben aber war [[Johann Christoph Gottsched]] (1700–1766). Wegweisend waren seine theoretischen Schriften, vor allem der „[[Versuch einer critischen Dichtkunst]]“ (1730), sein literarisches Werk ist dagegen zweitrangig. In der „Dichtkunst“, einer normativen Poetik, orientierte er sich am klassischen französischen Drama und behielt die [[Ständeklausel]] bei, also die Regel, im Drama nur Schicksale adliger Personen darzustellen und das Bürgertum nur in der Komödie zu thematisieren. Dagegen polemisierten die Schweizer [[Johann Jakob Bodmer]] und [[Johann Jakob Breitinger (Philologe)|Johann Jakob Breitinger]], die das rationale Moment überbewertet sahen.
 
[[DateiFile:Gotthold Ephraim Lessing Kunstsammlung Uni Leipzig.jpg|thumb|Gotthold Ephraim Lessing]]
Autoren der Frühaufklärung lassen sich auch dem Spätbarock zurechnen, ein Beispiel dafür, wie fragwürdig Epocheneinteilungen sein können. Der bedeutendste [[Lyriker]] war [[Johann Christian Günther]] (1695–1723), ebenso wie [[Barthold Heinrich Brockes]] (1680–1747), kann er beiden Epochen zugeschrieben werden.
 
Der Beginn der Weimarer Klassik wird oft mit dem Eintreffen [[Christoph Martin Wieland]]s 1772 in Weimar angesetzt, des Ersten aus dem namengebenden „Weimarer Viergestirn“: ''Wieland - [[Herder]] - [[Johann Wolfgang Goethe|Goethe]] - [[Friedrich Schiller|Schiller]]''. Oft wird sie enger gefasst und nur auf ‚Goethe und Schiller‘ bezogen und dann entsprechend später datiert. Ihr Ende mit Schillers Tod (1805) ist auch nur ein Anhaltsdatum. Alle Vier orientierten sich entgegen bzw. nach einer [[Sturm und Drang|Sturm-und-Drang]]-Phase an [[Humanismus|humanistischen]] Idealen, teilweise unter [[Klassizismus|klassizistischer]] Verwendung antiker Themen und Muster. „Klassik“ selbst ist eine positiv wertende Bezeichnung für diese Epoche.
 
[[DateiFile:Johann Heinrich Wilhelm Tischbein 007.jpg|thumb|left|Goethe 1787 in Italien]]
Goethes Drama „[[Iphigenie auf Tauris]]“ thematisiert die Überwindung von Vorurteilen und ist darin ein Beispiel für das humanistische Ideal der Klassik. Das Schaffen Goethes ist sehr weitgespannt, seine spätere Phase († 1832) wird im engeren Sinne nicht mehr der „Klassik“ zugerechnet.
 
Die Epoche der Romantik wird meist in ''Frühromantik'', ''Hochromantik'', ''Spätromantik'' und ''Nachromantik'' unterteilt; im Einzelnen ist es jedoch nicht ganz einfach, zeitliche und personelle Abgrenzungen vorzunehmen.
 
[[DateiFile:ETA Hoffmann.jpg|thumb|E.T.A. Hoffmann – Selbstporträt]]
Die Frühromantik kann aus literaturtheoretischer Perspektive als die spannendste Phase bezeichnet werden. Die miteinander befreundeten, in [[Jena]] arbeitenden Autoren, wie die Brüder [[August Wilhelm Schlegel|August Wilhelm]] (1767–1845) und [[Friedrich Schlegel]] (1772–1829), [[Wilhelm Heinrich Wackenroder]] (1773–1798), [[Ludwig Tieck]] (1773–1853) und Friedrich von Hardenberg (1772–1801), der unter dem Pseudonym [[Novalis]] arbeitete, brachen mit vielen Konventionen: Beispielsweise mischten sie in ihre Romane Gedichte und Balladen, kleine Märchen etc.; dabei bezogen sie sich oft auf Goethes Werke („[[Die Leiden des jungen Werthers|Werther]]“, „[[Wilhelm Meisters Lehrjahre]]“). Dem entspricht Friedrich Schlegels Konzept einer „progressiven Universalpoesie“, die nicht nur unterschiedlichste Gattungen und Wissensgebiete miteinander verbindet, sondern auch über sich selbst nachdenkt und ihre eigene Kritik enthält. Als wichtigstes Gestaltungsmittel dieser „Reflexionspoesie“ erscheint die [[Ironie]], die zum Ausdruck bringt, dass der ideale Zustand, den Kunst nach „klassischer“ Theorie in den Blick bringen soll, menschlicher Vorstellung entzogen ist, und dass den Bildern, mittels derer die Künstler diesen Zustand darzustellen suchen, nicht zu trauen ist. Andererseits können wir uns der vielfältigen Bedeutungen und Bedeutungsbrechungen literarischer Werke nie sicher sein und tun deshalb möglicherweise gut daran, uns auf das Wagnis der Lüge, das die Kunst eingeht, einzulassen. Das literarische [[Fragment (Literatur)|Fragment]] ist ein weiteres, von den Romantikern geschätztes Darstellungsmittel, in dem die Kunst ihr eigenes 'Versagen' reflektiert und sich von dem „klassischen“ Konzept des harmonisch in sich abgeschlossenen Werks, in dem sich der ideale Zustand „spiegelt“, abgrenzt.
 
Dramatiker, die mehr oder minder zum Biedermeier gehören, sind [[Franz Grillparzer]] (1791–1872), [[Johann Nestroy|Johann Nepomuk Nestroy]] (1801–1862) und [[Ferdinand Raimund]] (1790–1836). Grillparzer schrieb Tragödien im Geist der Weimarer Klassik, Nestroy und Raimund vertraten das Wiener [[Volksstück]].
 
[[DateiFile:Georg Büchner.png|thumb|Georg Büchner]]
Autoren, die zum Vormärz gerechnet werden, engagierten sich politisch und brachten das politische Gedicht zu einer Blüte. Viele von ihnen waren in der lockeren Gruppierung [[Junges Deutschland (Literatur)|Junges Deutschland]], so etwa [[Georg Herwegh]] (1817–1875), [[Heinrich Laube]] (1806–1884), [[Karl Gutzkow]] (1811–1878) und [[Ferdinand Freiligrath]] (1810–1876). Von ähnlichem Geist waren auch [[Heinrich Heine]] („Die Harzreise“, „[[Deutschland. Ein Wintermärchen]]“), [[Ludwig Börne]] (1786–1837) und der jung verstorbene [[Georg Büchner]] (1813–1837) („[[Woyzeck]]“).
 
== Poetischer Realismus (1848–1890) ==
[[DateiFile:Kurzbio fontane05.jpg|thumb|Theodor Fontane]]
 
Im poetischen oder [[Bürgerlicher Realismus|bürgerlichen Realismus]] mieden die Autoren die großen gesellschaftspolitischen Probleme und wandten sich der engeren, lokalen Heimat mit ihrer Landschaft und ihren Menschen zu. Im Zentrum aller Romane, Dramen und Gedichte steht der Einzelmensch, das Individuum. Das stilistische Merkmal vieler Werke des poetischen Realismus ist der Humor, der die Distanz zu dem eigentlich Unerträglichen und Empörenden der Wirklichkeit schafft. Er richtet hierbei eine Anklage gegen einzelne Fehler und Schwächen im Gesellschaftsgefüge, wendet sich aber nicht gegen das System als Ganzes.
 
== Naturalismus (1880–1900) ==
[[DateiFile:G Hauptmann.jpg|thumb|left|Gerhart Hauptmann]]
 
Der [[Naturalismus (Literatur)|Naturalismus]] war eine neue Kunst- und Literaturrichtung, die die Verhältnisse in allen gesellschaftlichen Bereichen schonungslos aufdecken wollte. Was den Realisten der Jahrhundertmitte als Thema noch verpönt gewesen war, wurde zum Hauptgegenstand dieser literarischen Richtung.
Am [[30. Januar]] 1933 wurde den Nationalsozialisten die [[Machtergreifung|Macht]] über das Deutsche Reich übergeben. Noch im selben Jahr fanden im Reich öffentliche [[Bücherverbrennung 1933 in Deutschland|Bücherverbrennungen]] statt. Unabhängige Literatur und Literaturkritik war nicht mehr möglich. Für die deutsche Republik Österreich traf dies erst mit dem Anschluss in 1938 zu, auch hier wurden Bücher verbrannt. Vom Regime wurde [[Blut-und-Boden-Ideologie|Blut-und-Boden-Dichtung]] gefördert, daneben bestand auch mehr oder weniger ideologiefreie [[Unterhaltungsliteratur]]. Bekannten Regimegegnern drohte der Tod, wenn sie nicht ins Exil gingen, so wurde [[Jakob van Hoddis]] und wohl auch [[Carl von Ossietzky]] umgebracht. Einige Schriftsteller blieben im Land (z.&nbsp;B. G. Benn), obwohl sie in Opposition zum Nationalsozialismus standen, sie werden zur so genannten [[Innere Emigration|Inneren Emigration]] gerechnet. Sie waren zum Schweigen verurteilt, schrieben für die Schublade oder über unpolitische Themen, die Abgrenzung zu tatsächlich unpolitischen Autoren fällt aber manchmal schwer. Bekannte Namen von im Reich Gebliebenen sind [[Gottfried Benn]], [[Ernst Jünger]], [[Erich Kästner]], [[Ehm Welk]], [[Gerhart Hauptmann]], [[Heimito von Doderer]], [[Wolfgang Koeppen]], [[Josef Weinheber]], [[Mirko Jelusich]], [[Franz Koch (Germanist)|Franz Koch]] und [[Robert Hohlbaum]]. Des Weiteren folgende Mitglieder der Dichterakademie: [[Will Vesper]], [[Börries Freiherr von Münchhausen]], [[Hans Grimm]], [[Erwin Guido Kolbenheyer]], [[Wilhelm Schäfer (Schriftsteller)|Wilhelm Schäfer]], [[Werner Beumelburg]], [[Hans Friedrich Blunck]], [[Agnes Miegel]], [[Hanns Johst]], [[Emil Strauß]], sowie [[Rudolf G. Binding]].
 
[[DateiFile:Bundesarchiv Bild 183-W0409-300, Bertolt Brecht.jpg|thumb|Bertolt Brecht]]
1500 namentlich bekannte Autoren gingen, oft über verschlungene Stationen, ins Exil, viele nahmen sich das Leben ([[Stefan Zweig]], [[Kurt Tucholsky]]). Zentren deutscher [[Exilliteratur]] entstanden in vielen Staaten der Welt, darunter auch in der deutschsprachigen Schweiz, die besonders für Theaterautoren wichtig war. Angesichts der Masse an Schriftstellern, beinahe jeder von Rang ging ins Exil, kann man kaum von einer thematisch oder stilistisch einheitlichen Exilliteratur sprechen. Autoren, die auch im Exil produktiv blieben, waren unter anderem [[Thomas Mann|Thomas]] und [[Heinrich Mann]], [[Bertolt Brecht]], [[Anna Seghers]], [[Franz Werfel]] und [[Hermann Broch]]. Andere, wie [[Alfred Döblin]], [[Heinrich Eduard Jacob]] oder [[Joseph Roth]], fanden sich nur schwer oder gar nicht zurecht. Nach dem Krieg blieben sie zum Teil im Ausland, einige kehrten zurück. Nachdem [[Elias Canetti]] infolge des österreichischen [[Anschluss Österreichs|Anschlusses]] von Wien nach London ausgewandert war, bekam er den [[Literaturnobelpreis]] als britischer Staatsbürger. Auffällig ist, dass viele nicht mehr an ihre Leistungen in der Zwischenkriegszeit und im Exil anschließen konnten.
 
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